Strobodisc Matrix

Realisierte Scheiben

Täuschung und Ent-täuschung der optischen Wahrnehmung

Wenig ästhetische Objekte bringen so viele Fragen unserer Wahrnehmung so augenfällig auf den Punkt wie die stroboskopischen Scheiben:

  1. Warum können wir nicht gleichzeitig detailgenau sehen und Bewegung wahrnehmen?
  2. Was kann das statische Bild besser als der Film ("was passiert zwischen den Bildern")?
  3. Wie tastet man aus dem Zeitfluss den Augenblick ab, die Scheibe als stroboskopischen Blitz?
  4. Wie entsteht im Kopf die Illusion der Zeit....?

Besser als der "virutelle" Computer zeigt so ein gegenständliches Objekt aus vergänglichem Karton das Paradox unserer Wahrnehmung: ruhen wir in uns, können wir besser das Kreisen der Welt beobachten, beschleunigen wir uns mit im Karusell des Lebens, scheint die Welt um uns statischer zu werden...

Diese strobodisc-matrix kann zum Beispiel für einige weitere Versuche verwendet werden, die übrigends schon von Simon Stampfer bzw. vom Physiker Faraday gemacht wurden: Periodische Bewegungen in Natur und Technik, die viel zu schnell wären, um im einzelnen wahrgenommen zu werden, können durch die Schlitze der scheibe gesehen "zum Stehen" gebracht werden. Die Scheibe ersetzt dabei den stroboskopischen Blitz. Der berühmte Wassertropfen, der zum Wasserhahn hinauf wandert, der schwarze Balken im Fersehbild, Speichen eines Fahrrades, die still zu stehen scheinen usw... sind solche Beobachtungen.

Wenn man plastische bzw. dreidimensionale Objekte auf die Scheibe klebt z.B. aus Plastilin, kann man biologische und chemische Vorgänge (Moleküle) animieren, ohne dass man besonders gut zeichnen kann. Die Möglichkeiten im künstlerischen Bereich sind ebenfalls unerschöpflich - immer unter der Voraussetzung, dass man nciht mit dem Computer arbeiten möchte oder kann. Die künstlerische Herausforderung, wie sie Otto Beck annimmt, ist die Verknappung der Aussage auf einen einzigen bewegtenb Augenblick als Ausschnitt aus dem Zeitfluss. Interessant ist die in diesem Stadium der Animation noch spürbare Nähe zur statischen Zeichnung.

Konkrete Beispiele finden Sie unter Künstlerarbeiten und Schülerarbeiten.